Bau des Sinziger Schlosses

Bau des Sinziger Schlosses

1574: Bau des Sinziger Schlosses

1574 ließ Herzog Wilhelm V. von Jülich die Wasserburg in Sinzig zu einem Renaissance-Schloss umbauen. Das neue Schloss diente ab 1599 als Witwensitz der Jülicher Herzöge und später der Pfalzgrafen. 1609 bezog beispielsweise Antoinette, die verwitwete Herzogin zu Jülich-Kleve-Berg geborene von Lothringen, das Schloss. 1665 ist dann die Witwe des Pfalzgrafen Johann Wilhelm von Neuenburg, Maria Franziska geboren Gräfin zu Fürstenberg mit Wohnsitz im Sinziger Schloss dokumentiert.

Sinziger Schloss

So könnte das Sinziger Renaissance Schloss ausgesehen haben. 3D Grafik Achim Gottschalk

Wohlhabende Stadt

Wohlhabende Stadt

1549: Sinzig als wohlhabende Stadt

Die Stadt Sinzig trat 1549 als Geldgeber auf und lieh dem Erzbischof von Köln 8000 Goldgulden. Sinzig scheint Mitte des 16. Jahrhunderts relativ wohlhabend gewesen zu sein.
Ab 1513 lagen die Steuern der Stadt Sinzig bei 160-180 Goldgulden. Es dürften ca. 15 Prozent der städtischen Einnahmen gewesen sein. Das Jahresgehalt des Stadtschreibers, des höchstbezahlten Beamten der Stadt, betrug ca. 20 Goldgulden.

Goldgulden

Goldgulden 12. Jhd. Foto: H. Rehmann

Sinziger Handwerker

1439 Die Sinziger Handwerker gründen eine Bruderschaft

1439 gründeten die Sinziger Handwerker eine geistliche Bruderschaft. Beteiligt waren unter anderem Schmiede, Zimmerleute, Steinmetze und Fassbinder.
Indirekt wird dadurch bestätigt, dass es in Sinzig schon länger eine Handwerkerzunft gab.

Jubiläumsfahne der Sinziger Handwerkerzunft

Jubiläumsfahne der Sinziger Handwerkerzunft

Reichsgut

Reichsgut

Herzogtum Jülich

Die Zahl der Verpfändungen nahm im 14. und 15. Jahrhundert weiter zu. Der Reichsbesitz in Sinzig befand sich in dieser Zeit ganz oder teilweise als Pfand zum Beispiel bei dem Erzbischof von Köln, dem Erzbischof von Trier, dem Grafen zu Wied, dem Grafen von Kleve und Mark, dem Grafen von Berg, dem Grafen von Virneburg, dem Grafen von Moers sowie Johann Waldbott von Bassenheim.

 Pfennig Geldern Otto III

Pfennig Geldern Otto III 1229 bis 1271. Foto: H. Rehmann

Weitere Informationen

Vom Reichsgut zur regionalen Geldquelle

Die Verpfändungen hatten einen erheblichen Nachteil für die betroffenen Ortschaften so auch für Sinzig. Der Pfandnehmer wollte möglichst hohe Einnahmen erzielen und investierte nicht in das befristet überlassene Pfand. Der Pfandnehmer war jedoch verpflichtet, die Ertragskraft des Pfandes zu erhalten. Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftskraft, wie zum Beispiel dem Bau oder der Ausbesserung von Straßen und Brücken, neuer Märkte oder verbesserter landwirtschaftlicher Methoden, wurden in der Regel nur vom eigentlichen Landesherren veranlasst.

Die Sinziger Bürger versuchten sich gegen diese ständigen Verpfändungen zu schützen.
Sie leisteten 1371 einen erheblichen finanziellen Beitrag, damit der Herzog von Jülich sie aus der Pfandschaft des Grafen von Wied auslösen konnte. Dafür hatten sie offenbar Darlehen von Lombarden in Anspruch genommen, deren Tilgung sie in Schwierigkeiten brachte.
Der Herzog sicherte ihnen zu, die Stadt in Zukunft nicht mehr zu verpfänden, fühlte sich jedoch nicht mehr an das Versprechen gebunden, nachdem er ihnen einen Schuldnachlass gewährt hatte.

Pfennig Geldern Otto III

Pfennig Geldern Otto III 1229 bis 1271. Foto: H. Rehmann

Weitere Ereignisse

Weitere Ereignisse

13. Jahrhundert: Was sonst noch geschah

  • März 1242: Überfall auf Ahrweiler
  • 9. Oktober 1267: Der Erzbischof von Köln besetzt Sinzig
  • 18. März 1286: In Sinzig wird erstmals ein Hospital erwähnt
  • 3. Februar 1309: Letzte bekannte, in Sinzig ausgefertigte Urkunde eines deutschen Königs
  • Konflikte zwischen ansässigem Adel und Bürgern
Siegel Heinrich VII.

Siegel Heinrich VII. Foto H. Rehmann

Weitere Informationen

Was sonst noch geschah

März 1242: Überfall auf Ahrweiler

1242 hielt sich König Konrad IV. (deutscher König von 1235–1254) in Sinzig auf. Erneut gab es Konflikte mit dem Erzbistum Köln. Ahrweiler war ein Lehen des Erzbischofs und wurde von Konrad IV. im Verlauf der Fehde überfallen. Der Hof Gerhards II. von Landskron in Sinzig brannte im Verlauf dieser Kämpfe nieder.

Quelle: Karl Friedrich Amendt, Regestensammlung Stadt Sinzig S 172

Abb rechts Armbrustbolzen

 

9. Oktober 1267: Der Erzbischof von Köln besetzt Sinzig

Erzbischof Engelbert von Köln besetzte in einer Fehde mit dem Grafen Wilhelm von Jülich Sinzig. Graf Wilhelm hatte die Besatzung angewiesen, sich zu ergeben. Der Erzbischof wurde im weiteren Verlauf der Fehde in einer Schlacht bei Zülpich gefangen genommen. Sinzig verblieb bei Jülich.

Abb rechts Pfennig des Erzbischofs von Köln

 

18. März 1286: In Sinzig wird erstmals ein Hospital erwähnt

Eine Urkunde von 1286 ist mit dem Siegel des Hospitals von Sinzig beglaubigt. Dies ist die erste bekannte Erwähnung eines Hospitals in Sinzig. Der Name Heilig-Geist-Spital wurde am 22. November 1303 erstmals urkundlich erwähnt.

 

3. Februar 1309: Letzte bekannte, in Sinzig ausgefertigte Urkunde eines deutschen Königs

Die letzte bekannte Urkunde eines deutschen Königs, die in Sinzig ausgefertigt wurde, datiert auf den 3. Februar 1309. König Heinrich VII. (deutscher König von 1308 – 1312, Kaiser von 1312 – 1313) erneuerte und bestätigte in Sinzig den Bürgern von Mühlhausen (Thüringen) ihre Rechte.

Quelle: Karl Friedrich Amendt Regestensammlung S 286

Abb rechts Siegel Heinrich VII.

 

Konflikte zwischen ansässigem Adel und Bürgern

Die ansässigen Adligen sahen sich auch nach abgeschlossener Stadtwerdung nicht als Bürger der Stadt sondern als direkte Untertanen des Königs. Sie wollten keine städtischen Steuern zahlen und verlangten, dass die Stadt Verträge nur mit ihrer Einwilligung abschloss. Daher kam es häufiger zu Konflikten zwischen ihnen und der Bürgerschaft. 1327 wurden Bürgermeister Hermann, Rat und die Bürger der Stadt Sinzig zu einer Sühneleistung verurteilt, da es bei einem Überfall der Bürger auf das Haus des Ritters Dietrich vom Schönberg Tote gegeben hatte. 1344 gab es bei Konflikten zwischen Sinziger Bürgern und Gerhard von Landskron erneut Tote.

Die Sinziger Adligen versuchten sich durch eine Bestätigung des Königs vom 20. Dezember 1353 vor der Gerichtsbarkeit der Stadt Sinzig zu schützen. Dort beurkundete König Karl IV., dass die fünf Herrenhöfe (der Gudenhof, der am Ausdorfer Tor gelegene Hof des Heinrich von Sinzig, der Hof der Söhne Eberhards, der an der Leenpforte gelegenen Hof des Hermann von Landskron und der Hof zum Turm) direkte Reichslehen seien und demzufolge nur der Reichsgerichtsbarkeit unterstehen.
Aus dem Jahr 1441 bezeugen Dokumente weitere Konflikte.

Armbrustbolzen

Armbrustbolzen. Foto H. Rehmann

Pfennig des Erzbischofs von Köln

Pfennig des Erzbischofs von Köln. Foto H. Rehmann

Siegel Heinrich VII.

Siegel Heinrich VII. Foto H. Rehmann