Ab 1227: Sinzig entwickelt sich im 13. Jahrhundert zur Stadt

Sinzig entwickelte sich im 13. Jahrhundert in einem länger andauernden Prozess zur Stadt. Es ist kein Dokument erhalten, aus dem hervorgeht, wann Sinzig erste Stadtrechte erhielt.
Bei einem Vergleich zwischen Theoderich Dunrestein und dem Marienstift Aachen vom November 1227 wurde erstmals ein „magister ville“ (Bürgermeister) Albertus Riquin als Zeuge erwähnt. Nachdem Sinzig 1310 das Recht erhalten hatte, einen Jahrmarkt zu veranstalten, kann die Stadtwerdung als abgeschlossen angesehen werden.

Quelle: Kossin, Sinzig und seine Stadtteile, Seite 68 ff
Karl Friedrich Amendt, 750 Jahre Stadt Sinzig
Stadtmauer Sinzig

Stadtmauer Sinzig. Foto: Foto H. Rehmann

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Sinzig entwickelt sich zur Stadt

Im Verlaufe des 13. Jahrhunderts erhielten die Einwohner Sinzigs zunehmend Rechte und Privilegien.

Bei einem Vergleich zwischen Theoderich Dunrestein und dem Marienstift Aachen vom November 1227 wurde erstmals ein „magister ville“ Albertus Riquin (Reichwein) als Zeuge erwähnt. Diese Bezeichnung kann als Bürgermeister übersetzt werden. Als Nachfolgerin der Pfalzkapelle wurde 1241 die repräsentative spätromanische Kirche St. Peter geweiht.
Eine Urkunde vom Mai 1243 bezeichnet Zeugen aus Sinzig erstmals als „cives imperii in Sintzge“ (Bürger des Reiches).
Am 1. April 1255 trat Sinzig dem Rheinischen Städtebund, einer Schutzvereinigung rheinischer Städte, bei. Dieser Schritt zeigt ein erhebliches Maß an politischer Selbständigkeit.
Lange Zeit wurde eine Urkunde von 1267 als das eigentliche Dokument angesehen, das die Stadtwerdung Sinzigs bestätigt. Darin werden die Bewohner Sinzigs jedoch nicht als „cives“ (Stadtbürger) bezeichnet, sondern lediglich als „oppidani“ (Stadtbewohner). Allerdings bestätigte ihnen der Erzbischof von Köln zugleich ihre Rechte und Freiheiten, die sie in früherer Zeit vom Reich erhalten hatten. Dies deutet darauf hin, dass die Gemeinde 1267 rechtlich bereits einen Sonderstatus innehatte, den sie bereits seit Längerem besaß.
Den Verkauf eines Burglehens auf der Landskron 1270 bezeugte die Stadt Sinzig mit einem eigenen Siegel. Die Gestaltung des Siegels mit dem thronenden König und den Reichsinsignien Zepter, Krone und Reichsapfel weist Sinzig als unmittelbar dem König unterstehenden Reichsbesitz aus.

Am 3. Dezember 1297 gestattete König Adolf den Sinziger Bürgern, eine Sondersteuer auf Wein und Korn für den Bau einer Stadtmauer zu erheben. 1305 bestätigte König Albrecht diese Erlaubnis und genehmigte den weiteren Ausbau. Einer Urkunde von 1327 ist zu entnehmen, dass die Mauer mit den drei Stadttoren fertiggestellt war.

Zu den Stadtrechten gehörte auch das Recht, Wochen- und Jahrmärkte zu veranstalten. Der Sinziger Jahrmarkt wurde in einer Urkunde König Heinrichs VII. vom 4. Januar 1310 auf den Sonntag nach Mariä Himmelfahrt, drei Tage davor und drei Tage danach festgelegt.
Noch heute wird die Sinziger Kirmes an diesem Termin gefeiert. Spätestens damit kann die Stadtwerdung Sinzigs Anfang des 14. Jahrhunderts als abgeschlossen angesehen werden.

 

18. März 1286: In Sinzig wird erstmals ein Hospital erwähnt

Eine Urkunde vom 18. März 1286 ist mit dem Siegel des Hospitals von Sinzig beglaubigt. Dies ist die erste bekannte Erwähnung eines Hospitals in Sinzig. Der Name Heilig-Geist-Spital wurde am 22. November 1303 erstmals urkundlich erwähnt.

Stadtsiegel Sinzig

Stadtsiegel Sinzig. Foto H. Rehmann