Römische Landgüter

2. Jahrhundert nach Christus: Römische Landgüter auf Sinziger Gebiet

Auf Sinziger Stadtgebiet finden sich an mehreren Stellen Reste von römischen Landgütern (villae rusticae). Dabei handelte es sich wahrscheinlich um bäuerliche Kleinbetriebe zur Versorgung des nahegelegenen Kastells und des Vicus Remagen. Bekannt sind Funde aus Bodendorf, aus der Nähe von Schloss Vehn, aus Löhndorf, aus Franken, dem Harterscheid, aus der Zehnthofstraße und der Landskroner Straße in Sinzig.
Bei Straßenbauarbeiten wurden am Zehnthof Reste von Grundmauern und einer Hypokaustenanlage gefunden. Die Landgüter existierten vom 2. bis zur Mitte des 3. Jahrhundert nach Christus In der Kirchgasse fanden sich Keramikreste aus dem 4. Jahrhundert nach Christus. Das deutet darauf hin, dass hier auch nach den Zerstörungen der Germaneneinfälle Ende des 3. Jahrhundert nach Christus gesiedelt wurde.

Quelle: Otto Kleemann, Sinzig und seine Stadtteile, S. 34ff
Römische Villa

Römische Villa – 3D-Grafik: Achim Gottschalk, allgrafics

Militärziegelei

40 – 69 nach Christus: Militärziegelei am Rheinufer bei Sinzig

56 vor Christus erreicht Julius Cäsar den Rhein. Aber erst um 40 nach Christus finden sich römische Siedlungsspuren auf Sinziger Gebiet. Am Rheinufer in Sinzig wurde von der V. Legion eine Militärziegelei eingerichtet. Diese war wahrscheinlich bis zum Bataveraufstand 69 nach Christus in Betrieb. Es fanden sich Ziegel mit Stempeln der V. Legion und Ziegel mit einem in sich verschlungenen TRA, dessen Bedeutung unklar ist. Die Sinziger Ziegel wurden in großen Mengen im Zweilegionslager Vetera I bei Xanten verbaut. Viele Ziegel tragen zudem einen Buchstaben für den Ziegler und dahinter ein F für „fecit“ (hergestellt von). Nach Untersuchungen in Xanten handelt es sich dabei überwiegend um Namen aus dem oberitalienischen Raum.

Quelle: Andreas Vieten, Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler2088
Römischer Legionsziegel

Bruchstück eines römischen Ziegels mit dem Stempel der V. Legion. Foto: R. Menacher

Kelten

450 vor Christus: Die Kelten

Es gab einen fließenden Übergang zur Latènezeit der Kelten ab ca. 450 vor Christus. Die Region Sinzig wird dabei der Hunsrück-Eifel-Kultur zugeordnet. Aus dieser Zeit stammen Funde aus Koisdorf und aus Westum. Die Hunsrück-Eifel-Kultur gilt als Vorläuferin der Kultur der keltischen Treverer. Bei Ankunft der Römer wird der Vinxtbach als Grenze zwischen den Treverer und den nördlich davon siedelnden Eburonen benannt.

Quelle: Otto Kleemann, Vor- und Frühgeschichte des Kreises Ahrweiler ISBN 3 7749 1120 7, S.19 ff, Otto Kleemann, Sinzig und seine Stadtteile, S. 31
Keltische Münze

Keltischer Münzfund aus Sinzig, 1. Jhd. v. Chr. , Foto: Liebenstein Gesellschaft

Hallstadtkultur

800 vor Christus: Gräber der Hallstattkultur in der Goldenen Meile

Im Heimatmuseum Sinzig befinden sich Brandurnen der Hallstattzeit, die in den Kiesgruben in der Goldene Meile gefunden wurden. Dies sind erste Spuren einer längeren Besiedlung durch eine bäuerliche Bevölkerung auf Sinziger Gebiet.
Während der Hallstattzeit, die von ca. 800 bis ca. 450 vor Christus dauerte, wurde in unserer Region erstmals Eisen verarbeitet.

Quelle: Otto Kleemann, Vor- und Frühgeschichte des Kreises Ahrweiler, S.19 ff

Graburne der Hallstattkultur, Fundort Kiesgrube Sinzig, Foto H. Rehmann