Mineralschwimmbad

Mineralschwimmbad

1980: Das Sinziger Mineralschwimmbad schließt

Das Sinziger Mineralschwimmbad wurde am 12. Juni 1938 unmittelbar neben dem Kurhaus an der Kölner Straße feierlich eröffnet.
Dadurch sollte Sinzig an Attraktivität gewinnen und als Kurbad gestärkt werden. Nachdem der Stadtrat 1980 wegen der hohen Kosten das Ende des Badebetriebes beschlossen hatte, wurden die Becken verfüllt und 1982 das Badehaus abgerissen. Das Technische Hilfwerk sprengte bei einer Großübung Ende der 1980er Jahre das Kurhaus als letztes verbliebenes Zeichen der ehemaligen Kurstadt Sinzig.

Werbeprospekt Stadt Sinzig 1940

Werbeprospekt Stadt Sinzig 1940

Bad Bodendorf

Bad Bodendorf

14. Februar 1969: Bad Bodendorf entscheidet sich für die Stadt Sinzig

In der ehemaligen Rheinprovinz gab es seit 1927 sogenannte Ämter, in denen Kleinstädte und Landgemeinden zu einer Verwaltungseinheit zusammengefasst waren. Ab 1968 wurden aus diesen Ämtern Verbandsgemeinden, verbandsfreie Gemeinden und Städte gebildet. Bad Bodendorf hatte zum Amt Remagen gehört. In einer Abstimmung stimmten die Einwohner nun für eine Zusammenlegung mit der Stadt Sinzig. Koisdorf, Löhndorf und Franken hatten ebenfalls dem Anschluss zugestimmt, nur Westum lehnte ihn ab. Da aber eine isolierte Gemeinde Westum nicht sinnvoll gewesen wäre, beschloss der Landtag am 14. Februar 1969 die Bildung der Stadt Sinzig unter Einbeziehung von Westum.

Bad Bodendorf Ortsmitte Bild: Gerd H. Schöf

Bad Bodendorf Ortsmitte Bild: Gerd H. Schöf

Hochstraße B9

Hochstraße B9

1967: Die neue Bundestraße B9 wird eröffnet

Der Verkehr entlang des Rheins hatte seit der fränkischen Zeit durch die Sinziger Innenstadt geführt. Der stark zunehmende Regional- und Fernverkehr erforderte eine neue Straßenführung. Seit der Freigabe der neuen vierspurigen Bundesstraße wird der Durchgangsverkehr seit 1967 an Sinzig vorbeigeleitet. Mit der Eröffnung der A61 verlagerte sich ab 1975 der größte Teil des Fernverkehrs auf die neue Bundesautobahn.

Die B9 bei Sinzig

Die B9 bei Sinzig. Foto: M. Röcke

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Hotels und Gaststätten hatten unter der Verlagerung des Verkehrs zu leiden

Hotels und Gaststätten hatten unter der Verlagerung des Verkehrs zu leiden. Sinzig, das jahrhundertelang Reisende beherbergt hatte, verlor seine Bedeutung als Übernachtungs- und Etappenort. Während in dem Gaststättenverzeichnis von Sinzig 1958 drei Hotels und 15 Gaststätten aufgeführt waren, existierten 2020 in der Innenstadt zwar noch mehrere Gaststätten, aber keine Hotels mehr. Im Gegenzug hat sich die Belastung durch den Verkehr drastisch reduziert, und die Lebensqualität in der Stadt verbesserte sich.

Hotel und Gaststättenverzeichnis 1958

Hotel und Gaststättenverzeichnis 1958

Schulzentrum

Schulzentrum

1964: Das Schulzentrum entsteht

Mit der heutigen Regenbogenschule begann 1964 der Aufbau eines Schulzentrums in Sinzig. Es folgten die Barbarossaschule – heute Realschule plus – und das Rhein-Gymnasium.
Das Rhein-Gymnasium, das ab 1972 im heutigen Rathaus aufgebaut wurde, konnte 1976 den Neubau am Dreifaltigkeitsweg beziehen.
Mit seinen drei Schulen, drei Sporthallen und zwei Kindertagesstätten hat sich das Schulzenturm zu einem bedeutenden Element des kulturellen Lebens in Sinzig entwickelt.

Schulzentrum Sinzig Regenbogenschule

Schulzentrum Sinzig Regenbogenschule. Foto: A. Gottschalk

1961: Die Kommunen gründen den Abwasserzweckverband Untere Ahr

Bis in die 50er Jahre gab es am Bootshaus das Rheinstrandbad.
Die Industrialisierung und die großen Chemiewerke am Rhein, Phosphate in den Waschmitteln und der Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft verschlechterten zunehmend die Wasserqualität im Rhein.
Durch den verpflichtenden Einbau von mehrstufigen Kläranlagen in allen Anrainerstaaten gelang es, die Wasserqualität wieder stark zu verbessern. 1961 wurde der heutigen Abwasserzweckverbandes Untere Ahr gegründet und das Abwasserklärwerk in Sinzig gebaut, das 1967 in Betrieb ging.
Bis dahin flossen die Abwässer ungeklärt in die Ahr. Lange Zeit hatte die geringe Bevölkerungsdichte und die Art der Abwässer die Gewässerqualität nicht übermäßig belastet.
Am 1. Juli 1989 gründeten die Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig und Remagen, die Verbandsgemeinden Bad Breisig und Altenahr mit der Gemeinde Grafschaft den Verband in seiner heutigen erweiterten Form.

Stadtwerke Sinzig 1904

Stadtwerke Sinzig 1904

Flüchtlinge

Flüchtlinge

Ab 1945: Flüchtlinge und Heimatvertriebene finden eine neuer Heimat

Bis 1947 kamen mehr als 6,3 Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene in die drei westlichen Besatzungszonen. Diese Zahl erhöhte sich bis 1950 auf etwa acht Millionen.
Sinzig nahm zunächst 204 Heimatvertriebene und 305 Zuwanderer und Aussiedler auf. Am 31.Dezember 1962 waren in Sinzig 750 Heimatvertriebene, 250 Zuwanderer aus der Sowjetunion und 250 Evakuierte zugezogen. In Sinzig entstanden auf neu ausgewiesenem Bauland das Wohngebiet „Neue Heimat“ mit den typischen Siedlungshäuser der 50er und 60er Jahre.

Siedlungshäuser im Dreifaltikeitsweg

Siedlungshäuser im Dreifaltikeitsweg

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Das Lastenausgleichsgesetz tritt in Kraft

14. August 1952: Das Lastenausgleichsgesetz tritt in Kraft

Die Folgen des Zweiten Weltkrieges waren auch für die deutsche Zivilbevölkerung dramatisch. Viele Städte wurden durch Bombenangriffe in großem Umfang zerstört und Millionen Deutsche aus Ost- und Mitteleuropa vertrieben. Das Gesetz über den Lastenausgleich vom 14. August 1952 sollte Deutschen, die infolge des Zweiten Weltkrieges und seiner Nachwirkungen Vermögensschäden oder besondere andere Nachteile erlitten hatten, eine finanzielle Entschädigung gewähren und ihnen einen Neuanfang ermöglichen. Diese Umverteilung erfolgte durch einen Lastenausgleich, den alle Bürger zahlten, denen erhebliches Vermögen verblieben war (insbesondere die Immobilienbesitzer). Die Höhe dieser Abgabe wurde nach der Höhe des Vermögens mit Stand vom 21. Juni 1948, dem Tag nach Einführung der D-Mark in den drei westlichen Besatzungszonen, berechnet. Die Abgabe belief sich auf 50 Prozent des berechneten Vermögenswertes und konnte in bis zu 120 vierteljährliche Raten, also verteilt auf 30 Jahre, in den Ausgleichsfonds eingezahlt werden.
Durch die Verteilung auf viele Jahre betrug die Belastung nur 1,67 Prozent pro Jahr, sodass sie aus dem Ertragswert des betroffenen Vermögens geleistet werden konnte, ohne die Vermögenssubstanz angreifen zu müssen.

 

14. Dezember 1952: Die evangelische Adventskirche wird eingeweiht

Durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen wuchs die evangelische Gemeinde beträchtlich. Dies machte den Bau eines eigenen Gotteshauses erforderlich. Der evangelische Gottesdienst fand zunächst im ehemaligen Winzerverein, dann im Schloss und zuletzt im katholischen Pfarrheim statt. Das Grundstück für den Neubau wurde von Familie Königs gestiftet. Am 14. Dezember fand dann die feierliche Einweihung statt. Seit 1973 hatte Sinzig einen eigenen evangelischen Pfarrer. 1976 wurden am Dreifaltigkeitsweg das Gemeindehaus und ein Pfarrhaus errichtet.

Neue Heimat: Gerhart-Hauptmann-Strasse

Neue Heimat: Gerhart-Hauptmann-Strasse. Foto: H. Rehmann

 

Die evangelische Adventskirche

Die evangelische Kirche: Foto Matthias Röcke