Nachkriegsjahre

Nachkriegsjahre

10. Juli 1945: Die französischen Truppen besetzen Sinzig

Am 10. Juli 1945 lösten französische Truppen die US-Armee als Besatzungsmacht ab. Bis zur Gründung der Tri-Zone im März 1948, in der die drei Besatzungszonen der Westmächte, Frankreich, England und USA, zusammengelegt wurden, gab es nun eine Grenze bei Rolandseck. Dort überprüften deutsche Zöllner den Durchgangsverkehr von und nach Bonn im Auftrag der Besatzungsmächte. Mit Genehmigung der französischen Besatzungsmacht wurde Franz Zimmer am 21. September 1945 zum Bürgermeister ernannt. Erste Kommunalwahlen fanden dann ein Jahr später am 15. September 1946 statt. Die Jahre 1945 und 1946 waren durch einen allgemeinen Mangel an Versorgungsgütern geprägt. Viele Güter waren nur noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Das Maggeln, das heimliche Tauschen oder Geschäfte machen, begleitete auch die Sinziger Bürger bis zur Währungsreform am 20. Juni 1948.

Amtsblatt der französischen Besatzungszone

Amtsblatt der französischen Besatzungszone

Rheinstrasse

Rheinstrasse

1923: Die Rheinstraße wird gebaut

1923 wurde der Harbach ab der Eulengasse bis zum Weidenweg kanalisiert. Es entstand die heutige Rheinstraße. Bis dahin lief der Harbach noch als offener Bach durch das Stadtgebiet. Mit der Verrohrung wurden auch Abwasserkanäle angelegt. Die Abwässer flossen bis in die 70er Jahre weiterhin ungeklärt in die Ahr. Um 1930 entstanden die das Straßenbild prägenden Doppelhaushälften.

 

Die Rheinstraße

Die Rheinstraße. Foto: H. Rehmann

 

 

Rheinwiesenlager

Rheinwiesenlager

Ende April 1945: Amerikanische Truppen legen das Rheinwiesenlager Sinzig an

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges legten die amerikanischen Truppen längs des Rheins Kriegsgefangenenlager für deutsche Soldaten an. Eines der größten Lager lag in der Goldenen Meile zwischen Sinzig und Niederbreisig, ein weiteres befand sich zwischen Remagen und Kripp. Von April bis zum 20. Juli 1945 wurden etwa 1,5 Millionen deutsche Kriegsgefangene durch diese Lager geschleust.

Amerikanische Soldaten mit Gefangenen

Amerikanische Soldaten mit Gefangenen

Weitere Informationen

Amerikanische Truppen legen das Rheinwiesenlager Sinzig an

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges legten die amerikanischen Truppen längs des Rheins Kriegsgefangenenlager für deutsche Soldaten an. Bei der Eroberung des Rheinlandes gerieten 250.000 deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft, nach der Zerschlagung des Ruhrkessels kamen weitere 325.000 hinzu. Die Amerikaner – selbst von Versorgungsengpässen betroffen – sahen sich in der Verpflichtung, neben den zwei Millionen eigenen Soldaten die deutschen Kriegsgefangenen zu versorgen. Die Rheinwiesenlager sollten als Durchgangslager für die provisorische Unterbringung der Gefangenen dienen. Die Lager A2 (Remagen) und A5 (Sinzig) wurden Mitte bis Ende April 1945 in der Goldenen Meile eingerichtet. Im Lager A5 befanden sich am 12. Mai bereits 160.000 deutsche Kriegsgefangene. Da es keine Unterkünfte gab, hausten sie teilweise in selbst gegrabenen Erdhöhlen, nur unzureichend vor dem kalten Regen geschützt.

Am 11. Juli 1945 wurden die Lager von der französischen Besatzungsmacht übernommen. Zu dieser Zeit war das Lager Remagen bereits leer, im Lager Sinzig lebten noch ca. 45.000 Gefangene. Die noch im Lager Verbliebenen wurden in andere Lager oder nach Frankreich überführt und zum Teil erst ein bis zwei Jahre später entlassen. Am 20. Juli wurde das Lager A5 geschlossen. In den Lagern Sinzig und Remagen starben 1247 Insassen an der Ruhr, an Verletzungen, Unterernährung und Erschöpfung. Darüber hinaus wurden einige Gefangene beim Fluchtversuch erschossen. Die Todesrate betrug weniger als ein Prozent. Viele Lagerinsassen kamen jedoch traumatisiert aus der Gefangenschaft zurück.

Fundstück Goldene Meile, gravierte Aluminiumplatte, Gravur:  P 1945 W (Prisoner of War) – Kriegsgefangenschaft – Kurt Wischinski

Fundstück Goldene Meile, gravierte Aluminiumplatte, Gravur: P 1945 W (Prisoner of War) – Kriegsgefangenschaft – Kurt Wischinski

Amerikanische Truppen

7. März 1945: Amerikanische Truppen besetzen Sinzig

Am Morgen des 7. März 1945 erreichten amerikanische Panzer von Bodendorf aus Sinzig. Bis zum Nachmittag hatten die Amerikaner die gesamte Stadt eingenommen. Auf einer Weide am Assessorenweg errichteten die Amerikaner ein provisorisches Gefangenenlager für versprengte deutsche Soldaten. Am Nachmittag konnte eine Einheit der 9. US-Panzerdivision die Ludendorff-Brücke von Remagen einnehmen.
Insgesamt gab es in Sinzig und den Stadtteilen 370 tote Soldaten und Zivilisten. Dazu kamen die Toten des Rheinwiesenlagers, Evakuierte, Zwangsarbeiter und Soldaten, die bei Bombenangriffen und den Kämpfen am Kriegsende in Sinzig und den Ortsteilen getötet worden sind.

Quelle: Heinz Schmalz, Der 2. Weltkrieg
Ammis im Jeep

Amerikanische Soldaten im Jeep – Quelle: Social Media

Bomberangriffe

Bomberangriffe

26. Dezember 1944: 72 Menschen sterben bei einem Bomberangriff

Die Eisenbahnbrücke über die Ahr bei Sinzig war ein Teil der kriegswichtigen Rheintalbahn und daher ein wichtiges Ziel amerikanischer Bomber. Zwischen Oktober 1944 und März 1945 bombardierten alliierte Verbände vierzehnmal die Brücke und das Gleisdreieck zwischen Sinzig und Remagen. Dabei fielen auch Bomben auf Sinzig und Westum. Die meisten Todesopfer forderte ein Angriff am 2. Weihnachtstag 1944. Dabei verloren um die Mittagszeit 72 Menschen in Sinzig ihr Leben, darunter 24 Sinziger, 8 Zivilpersonen und 40 Arbeiter der Organisation Todt. Insgesamt gab im Kriegsverlauf 32 zivile Luftkriegsopfer unter den Sinzigern (Stadt).

Quelle: Heinz Schmalz, Der 2. Weltkrieg

 

Post in Sinzig

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