Die Mineralquelle

Die Mineralquelle

1921: Die Sinziger Mineralquelle sprudelt wieder

1921 kaufte Carl Baum die Sinziger Mineralquelle, ließ den Brunnen wieder freilegen und das alte Badehaus erneuern. Nach der feierlichen Eröffnung im Dezember 1927 konnten im Kurbad Trink- und Badekuren angeboten werden. Ab 1929 wurde dann auch wieder Sinziger Mineralwasser in der an der Ahr neu errichteten Fabrik abgefüllt. Der Kur- und Badebetreib endete Anfang der 1970er. Bis 1980 wurde das Schwimmbecken als Freibad von der Stadt Sinzig betrieben. Während der Badebetrieb endete wird das Mineralwasser weiterhin wirtschaftlich erfolgreich vermarktet.

Quelle: Sinzig und seine Stadtteile, Kleinpass S. 166ff
Sinziger Mineralwasser

Sinziger Mineralwasser. Foto Sinziger Mineralbrunnen

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1980: Das Sinziger Mineralschwimmbad schließt

Das Sinziger Mineralschwimmbad wurde am 12. Juni 1938 unmittelbar neben dem Kurhaus an der Kölner Straße feierlich eröffnet.
Dadurch sollte Sinzig an Attraktivität gewinnen und als Kurbad gestärkt werden. Nachdem der Stadtrat 1980 wegen der hohen Kosten das Ende des Badebetriebes beschlossen hatte, wurden die Becken verfüllt und 1982 das Badehaus abgerissen. Das Technische Hilfwerk sprengte bei einer Großübung Ende der 1980er Jahre das Kurhaus als letztes verbliebenes Zeichen der ehemaligen Kurstadt Sinzig.

Amerikaner besetzen Sinzig

Dezember 1919: Amerikaner besetzen Sinzig

Am 09. November 1918 rief Phillip Scheidemann in Berlin die Republik aus. Eine Bedingung des am 11. November unterzeichneten Waffenstillstandes war der vollständige Abzug der deutschen Truppen aus allen Gebieten links des Rheins
Noch im Dezember 1918 wurden 1.500 amerikanische Soldaten in Sinzig einquartiert. Der später berühmt werdende General Douglas MacArthur wohnte mehrere Monate in der Villa Haus Schönberg und pflegte auch nach Abzug noch einen längeren Briefwechsel mit der Tochter des Hauses, der Rot-Kreuz-Schwester Herta Heuser. Anfang Februar 1920 zogen die amerikanischen Truppen aus Sinzig ab. Um den Reparationsforderungen Nachdruck zu verleihen rückten ab April 1922 französische Truppen in die ehemals von Amerikanern besetzten Gebiete ein und blieben dort bis zum 1. Dezember 1929. Die Sinziger Bevölkerung feierten den Abzug der Besatzungstruppen mit Glockengeläut, Böllerschüssen und einem Feuerwerk.

Quelle: Sinzig und seine Stadtteile, Kleinpass S. 166ff
Villa Schönberg Sinzig, Bild Richard Volk

Villa Schönberg Sinzig, Bild Richard Volk

Die Weimarer Republik

Die Weimarer Republik

9. November 1918: Philipp Scheidemann ruft die Republik aus

Von 1918 bis 1933 bestand in Deutschland unter schwierigsten Bedingungen die erste parlamentarische Demokratie, die Weimarer Republik. Sie begann mit der Ausrufung der Republik am 9. November 1918 durch Philipp Scheidemann und endete mit der Machtübernahme der NSDAP am 30. Januar 1933.

Phillip Scheidemann ruft die Republik aus

Phillip Scheidemann ruft die Republik aus

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1918 – 1933: Die Weimarer Republik

1918 – 1933: Die Weimarer Republik

Am Ende des Ersten Weltkriegs wurden in großen Teilen Europas die Monarchien gestürzt. In Deutschland rief Philipp Scheidemann am 9. November 1918 die Republik aus. Die harten Bedingungen des Versailler Vertrages und die hohen Kriegsanleihen führten zur Hyperinflation. Das Rheinland war bis 1930 von französischen Truppen besetzt, um die Reparationszahlungen zu erzwingen.

Die Geschichte der Weimarer Republik lässt sich nach der Gründungsphase in drei Abschnitte gliedern:
⦁ In den Krisenjahren von 1919 bis 1923 hatte die Republik mit den unmittelbaren Kriegsfolgen, einer Hyperinflation sowie zahlreichen Umsturzversuchen und politischen Morden zu kämpfen.
⦁ In den Jahren von 1924 bis 1929 erlebte sie eine Zeit relativer Stabilität, wirtschaftlicher Erholung sowie außenpolitischer Anerkennung und Wertschätzung.
⦁ Die Weltwirtschaftskrise ab Ende 1929 und der Aufstieg der Nationalsozialisten führten 1933 zu ihrem Untergang.

Kulturell war die Weimarer Republik geprägt durch den ersten Durchbruch der Massenkultur in Deutschland („Goldene Zwanziger“: Rundfunk, Kino, Unterhaltungsmusik) sowie von avantgardistischen Strömungen (Bauhaus, Dadaismus) in den Künsten, die zum Teil bereits in der Vorkriegszeit angelegt waren.

Zwei Rentenmark

Zwei Rentenmark

Rüstungsproduktion

Rüstungsproduktion

1. Januar 1917: Sinziger Unternehmen beteiligen sich an der Rüstungsproduktion

Im Herbst 1915 musste sowohl die Sinziger Mosaikplattenfabrik als auch die Glasfabrik den Betrieb aus Mangel an Rohstoffen einstellen. Ab Dezember 1916 wurden dann in der Glasfabrik und ab Januar 1917 auch in der Mosaikplattenfabrik Munitionsteile hergestellt. 1917 lag die Produktion täglich bei 10.000 Schrapnellzündern.

Quelle: Sinzig und seine Stadtteile, Kleinpass S. 166ff
Agrob

Agrob

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Kriegswirtschaft

Frühjahr 1915: Brotkarten werden eingeführt, Metalle und Wertstoffe gesammelt
Bereits 1915 traten erste Versorgungsengpässe mit Lebensmittel auf. Für „Kriegsbrot“ wurde dem Getreide Kartoffelmehl beigemischt und ab Frühjahr 1915 Brotkarten ausgeteilt. Es folgten eine Vielzahl weiterer Maßnahmen zur Rationierung von knappen Gütern wie zum Beispiel Zuckerkarten, Butterkarten und Mehlkarten.
Im Herbst 1915 wurden Kupfer, Messing und Nickel Gegenstände beschlagnahmt. Die Versorgungslage verschlechterte sich im weiteren Kriegsverlauf stetig. Da die Munitionsfabriken alle verfügbaren Rohstoffe brauchten, trat bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges ein Mangel an Kupfermünzen auf. Um den Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten, gaben viele Städte Notgeldmünzen aus Eisen, Zink und Aluminium sowie Notgeldscheine in kleinen Werten aus. 1919 und 1921 musste erneut „Notstandsgeld“ herausgegeben werden.

Quelle: Sinzig und seine Stadtteile, Kleinpass S. 166ff
Kriegsgeld

Kriegsgeld

Kriegswirtschaft

Kriegswirtschaft

Kriegswirtschaft

Frühjahr 1915: Brotkarten werden eingeführt, Metalle und Wertstoffe gesammelt
Bereits 1915 traten erste Versorgungsengpässe mit Lebensmittel auf. Für „Kriegsbrot“ wurde dem Getreide Kartoffelmehl beigemischt und ab Frühjahr 1915 Brotkarten ausgeteilt. Es folgten eine Vielzahl weiterer Maßnahmen zur Rationierung von knappen Gütern wie zum Beispiel Zuckerkarten, Butterkarten und Mehlkarten.
Im Herbst 1915 wurden Kupfer, Messing und Nickel Gegenstände beschlagnahmt. Die Versorgungslage verschlechterte sich im weiteren Kriegsverlauf stetig. Da die Munitionsfabriken alle verfügbaren Rohstoffe brauchten, trat bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges ein Mangel an Kupfermünzen auf. Um den Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten, gaben viele Städte Notgeldmünzen aus Eisen, Zink und Aluminium sowie Notgeldscheine in kleinen Werten aus. 1919 und 1921 musste erneut „Notstandsgeld“ herausgegeben werden.

Quelle: Sinzig und seine Stadtteile, Kleinpass S. 166ff
Kriegsgeld

Kriegsgeld Foto: H. Rehmann