Inflation

15. Dezember 1923: 175 Milliarden Mark für eine Sinziger Zeitung

Die Regierung der Weimarer Republik musste die im Ersten Weltkrieg gezeichneten Kriegsanleihen an die Bevölkerung zurückzahlen und zugleich hohe Reparationsforderungen der Siegermächte erfüllen. Durch die Rückzahlung kam es zu einer Papiergeldschwemme, die zu einer nie gekannten Geldentwertung führte. Die Städtische Sparkasse Sinzig gab beispielsweise am 9. November 1923 Geldscheine im Wert von 500 Milliarden und zwei Billionen Reichsmark als Notgeld aus. Am 15. Dezember 1923 kostete eine Sinziger Zeitung 175 Milliarden Mark.
Durch die Hyperinflation wurden die gesamten Sparguthaben der deutschen Bevölkerung vernichtet.

Gelsdchein

Foto: H. Rehmann

Rheinstrasse

Rheinstrasse

1923: Die Rheinstraße wird gebaut

1923 wurde der Harbach ab der Eulengasse bis zum Weidenweg kanalisiert. Es entstand die heutige Rheinstraße. Bis dahin lief der Harbach noch als offener Bach durch das Stadtgebiet. Mit der Verrohrung wurden auch Abwasserkanäle angelegt. Die Abwässer flossen bis in die 70er Jahre weiterhin ungeklärt in die Ahr. Um 1930 entstanden die das Straßenbild prägenden Doppelhaushälften.

 

Die Rheinstraße

Die Rheinstraße. Foto: H. Rehmann

 

 

Bomberangriffe

Bomberangriffe

26. Dezember 1944: 72 Menschen sterben bei einem Bomberangriff

Die Eisenbahnbrücke über die Ahr bei Sinzig war ein Teil der kriegswichtigen Rheintalbahn und daher ein wichtiges Ziel amerikanischer Bomber. Zwischen Oktober 1944 und März 1945 bombardierten alliierte Verbände vierzehnmal die Brücke und das Gleisdreieck zwischen Sinzig und Remagen. Dabei fielen auch Bomben auf Sinzig und Westum. Die meisten Todesopfer forderte ein Angriff am 2. Weihnachtstag 1944. Dabei verloren um die Mittagszeit 72 Menschen in Sinzig ihr Leben, darunter 24 Sinziger, 8 Zivilpersonen und 40 Arbeiter der Organisation Todt. Insgesamt gab im Kriegsverlauf 32 zivile Luftkriegsopfer unter den Sinzigern (Stadt).

Quelle: Heinz Schmalz, Der 2. Weltkrieg

 

Post in Sinzig

Post in Sinzig

Sinziger Juden

Sinziger Juden

Die Sinziger Juden

1932 gab es in Sinzig noch 45 Bürger jüdischen Glaubens. Einigen jüdischen Familien gelang die Emigration nach England, in die Vereinigten Staaten, nach Südafrika, Südamerika oder die Flucht nach Südfrankreich. Am 10. November 1938 wird durch SA-Leute das Mobiliar der Sinziger Synagoge verbrannt und der Raum in der Martelsburg verwüstet.
Vier Wohnungen jüdischer Familien und ein Geschäftshaus werden in der gleichen Nacht schwer beschädigt. 1942 wurde die noch in Sinzig lebenden Juden in die Vernichtungslager deportiert. 23 der ursprünglich 45 Sinziger Juden sind ermordet worden.

Quelle: Rudolf Menacher, Knoblauch und Weihrauch
Sederteller

Sederteller

Das Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal

5. Juli 1931: Das Sinziger Kriegerdenkmal wird eingeweiht

Das schon bei seiner Planung umstrittene Sinziger Kriegerdenkmal ehrte die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Der monumentale, von einem Pfeil getroffene Löwe wurde mit der „Dolchstoßlegende“ in Zusammenhang gebracht. Das Denkmal kostete die enorme Summe von 26.164 Reichsmark und übertraf damit die von der Stadt dafür gebildete Rücklage um 11.000 Reichsmark.

Quelle: Sinzig und seine Stadtteile, Kleinpass S. 166ff
Das Sinziger Kriegerdenkmal

Das Sinziger Kriegerdenkmal. Foto: A. Gottschalk

Die Mineralquelle

Die Mineralquelle

1921: Die Sinziger Mineralquelle sprudelt wieder

1921 kaufte Carl Baum die Sinziger Mineralquelle, ließ den Brunnen wieder freilegen und das alte Badehaus erneuern. Nach der feierlichen Eröffnung im Dezember 1927 konnten im Kurbad Trink- und Badekuren angeboten werden. Ab 1929 wurde dann auch wieder Sinziger Mineralwasser in der an der Ahr neu errichteten Fabrik abgefüllt. Der Kur- und Badebetreib endete Anfang der 1970er. Bis 1980 wurde das Schwimmbecken als Freibad von der Stadt Sinzig betrieben. Während der Badebetrieb endete wird das Mineralwasser weiterhin wirtschaftlich erfolgreich vermarktet.

Quelle: Sinzig und seine Stadtteile, Kleinpass S. 166ff
Sinziger Mineralwasser

Sinziger Mineralwasser. Foto Sinziger Mineralbrunnen

Weitere Informationen

1980: Das Sinziger Mineralschwimmbad schließt

Das Sinziger Mineralschwimmbad wurde am 12. Juni 1938 unmittelbar neben dem Kurhaus an der Kölner Straße feierlich eröffnet.
Dadurch sollte Sinzig an Attraktivität gewinnen und als Kurbad gestärkt werden. Nachdem der Stadtrat 1980 wegen der hohen Kosten das Ende des Badebetriebes beschlossen hatte, wurden die Becken verfüllt und 1982 das Badehaus abgerissen. Das Technische Hilfwerk sprengte bei einer Großübung Ende der 1980er Jahre das Kurhaus als letztes verbliebenes Zeichen der ehemaligen Kurstadt Sinzig.